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Titelbeschreibung
Daumer, Georg Friedrich, Religionsphilosoph und Dichter; Erzieher von Kaspar Hauser (1800-1875):
Eigenh. Manuskript m. U. ?G. Fr. Daumer?. Nürnberg, Januar 1852. 4to. 8 1/4 Seiten. Bläuliches Papier. Gering fleckig. Biographische Skizze, wohl für das Konversationslexikon von Brockhaus geschrieben. Beginnt: ?Ich bin geboren zu Nürnberg am 5. März 1800, ein Sohn bürgerlicher Eltern, die erst begütert waren, dann aber in äußerst dürftige u traurige Umstände geriethen, indem namentlich mein Vater geistesschwach und zu allen Geschäften untauglich, meine Mutter aber in die Nothwendigkeit versetzt wurde, sich und ihre Kinder als Wäscherin zu erhalten [?] Ich [?] übte mich [?] schon in früher Jugend in poetischer und musikalischer Produktion [?] Der mich übrigens beherrschende religiöse Sinn weckte den Gedanken, Theologe zu werden, u in diesem Sinn ergab ich mich den Studien als Schüler des Nürnberger Gymnasiums, wo damals Hegel Rektor war u Philosophie lehrte. Dieser Mann machte so großen Eindruck auf mich, daß mir die philosophischen Collegien, die ich nachher in Erlangen zu hören bekam, nur kindisch u läppisch vorkamen. Ich stand auch in näherer persönlicher Beziehung zu ihm [?] Ich ergab mich nun dem Studium der Philosophie, hörte den damals zu Erlangen nach langer Zurückgezogenheit auf?s neue hervortretenden Schelling, ging dann nach Leipzig [?] ich kehrte [?] im Jahre 1822 nach Baiern zurück, bestand ein philosophisches Examen in München u wurde am Nürnberger Gymnasium [?] angestellt. Einem so anstrengenden Amte jedoch waren meine geringen physischen Kräfte nicht gewachsen [?]? - Ferner über ?die wunderliche Erscheinung des Findlings Kaspar Hauser? in Nürnberg: ? [?] ich wurde aufgefordert, ihn zu besuchen, als er sich im Gefängnißthurm auf der Nürnberger Veste befand. Ich nahm Interesse an diesem merkwürdigen Phänomen, u es gelang mir, mich mit dem innerlich schwer zugänglichen Jünglinge zu verständigen, ihm Vertrauen einzuflößen u durch eine angemessene Unterrichtsmethode einige elementarische Kenntnisse beizubringen. Dies veranlaßte den Magistrat, ihn mir als Pflegekind zu übergeben, u ich behielt ihn so lange in meinem Hause auf der Insel Schutt, bis der Mordversuch vorgefallen war, in dessen Folge man ihn an einen andern, mehr Sicherheit gewährenden Ort versetzte. Eine Frucht der physiologischen und psychologischen Beobachtungen, die ich an diesem Jüngling anstellte, war die Schrift: ?Mittheilungen über Kaspar Hauser? [?] Sonst teilte ich auch eine Menge schriftlicher Notizen dem Präsidenten Feuerbach in Ansbach mit ...? - Mit einer ausführlichen Auflistung seiner Werke.
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