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Titelbeschreibung
Geramb, Ferdinand Frhr. von (Ordensname Maria Joseph von Geramb), österr. Kammerherr, Militär u. Trappistenmönch (1772-1848):
Eigenh. Brief m. Unterschrift. Rom, 1845. 3 S., 4°. ?[...] Der Junge wuchs in Wien auf und avancierte zum Kammerherrn des Kaisers [...]. 1805 sammelte Geramb zusammen mit dem bekannten Humanisten Graf Friedrich von Berchtold 65.000 Gulden an Spenden, für die von einer Hungersnot bedrohten Bewohner des Riesengebirges. Im gleichen Jahr stellte Ferdinand von Geramb in Wien ein Freikorps gegen Kaiser Napoleon I. auf und publizierte eine scharfe Proklamation gegen ihn [...]. 1809 kommandierte Geramb als Oberst ein österreichisches Regiment, das er auch in der Schlacht bei Wagram führte. 1810 schiffte er sich nach Cádiz ein, um in Spanien freiwillig gegen die Franzosen zu kämpfen. Er befehligte hier eine Guerillatruppe. Um für König Ferdinand VII. neuerlich ein antifranzösisches Freikorps aufzustellen, begab sich Geramb nach England zu seinem Bekannten Lord Francis Rawdon-Hastings, der ihm sehr gewogen war. Auch hier erließ er wieder Aufrufe gegen Napoleon. Die Anwerbung der Freiwilligen scheiterte jedoch, der Österreicher geriet in Schulden und verließ Großbritannien. Von dort per Schiff im damals dänischen Husum landend, wurde Geramb 1812 von den Franzosen gefangen und im Schloss Vincennes als politischer Staatsgefangener inhaftiert. Hier und im Pariser Gefängnis ?La Force? entwickelte sich eine Freundschaft zu seinem Mitgefangenen Étienne Antoine Boulogne, dem Bischof von Troyes. Unter dem Einfluss von Bischof Boulogne brach Ferdinand von Geramb mit seinem bisherigen Leben, gab das Soldatentum auf und trat 1815, nach seiner Befreiung durch die Alliierten, in den strengen Bußorden der Trappisten ein [...]. 1831 unternahm Frater Geramb eine Wallfahrt ins Hl. Land, worüber er eine Reisebeschreibung veröffentlichte. 1837 reiste er nach Rom und man erwählte ihn zum Titularabt bzw. Generalprokurator der Trappisten [...]. Papst Gregor XVI. wurde auf ihn aufmerksam und zog ihn in seine engere Umgebung. In dem Buch ?Reise von La Trappe nach Rom? schilderte der Mönch seine römische Zeit und zeichnet aus eigener Anschauung ein lebendiges Bild des Papstes. Er verfasste zudem zahlreiche spirituelle Werke [...]. Noch kurz vor seinem Tode sammelte Freiherr von Geramb große Summen für die nach dem schweizerischen Sonderbundskrieg von 1847 notleidenden Katholiken? (Wikipedia). - Der Empfänger des auf Französisch abgefassten Briefes ist Jacques (Jacob) Mislin (1807-1878). Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Mislin konnte dank seines Onkels an der berühmten Lehranstalt von Porrentruy im Schweizer Kanton Bern studieren, wo er nicht viel später auch selbst unterrichten sollte. Der 1830 zum Priester geweihte kath. Theologe wurde 1836 auf Vermittlung des Grafen von Bombelle an den Wiener Hof berufen, wo er einer der Lehrer der Söhne von Erzherzog Franz Karl und Erzherzogin Sophie wurde und damit sowohl den zukünftigen Kaiser Franz Joseph wie auch Erzherzog Ferdinand Maximilian (später Kaiser Max von Mexiko) unterrichtete (u.a. auch in Erdkunde). Vor der Revolution von 1848 unternahm Mislin eine Pilgerreise von Wien über Budapest und Konstantinopel nach Jersusalem. Der danach erschienene Reisebericht wurde in mehrere Sprachen übersetzt und mehrfach nachgedruckt. In den folgenden Jahren leitete er die Bibliothek am Hof der Herzogin von Parma, Erzherzogin Marie Louise, wurde zum Abt von St. Maria von Deg (Ungarn), geheimer Kämmerer u. Hausprälat Papst Pius' XI., Apostolischer Pronotar, Kanoniker der Kathedrale von Großwardein, Träger zahlr. Orden (u.a. von Spanien, Parma u. des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem) sowie Mitglied zahlr. Akademien. Der Verfasser zahlr. Publikationen und Vertraute des belgischen Königs und des Grafen von Chambord blieb nach der Rückkehr von seiner Pilgerreise in Wien, wo er weiterhin in persönlichem Kontakt mit dem Kaiserhaus stand. - In einem numerierten, von Mislin eigenh. beschrifteten Papierumschlag.
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