(FRÉART DE CHAMBRAY, Roland):
Parallele de l'architecture antique et de la moderne: avec un recueil des dix principaux autheurs qui ont écrit des cinq ordres ... Les trois ordres Grecs, le Dorique, l'Ionique et le Corinthien, font la premiere partie de ce traitté: et les deux Latins, le Toscan et le composite, en font la derniere. Paris, Edme Martin, 1650. Großfolio. 5 Bl., 109 S., 1 Bl. Mit gestochenem Titel mit Bildnismedaillon, gestochener Titelvignette, 40 ganzseitigen Textkupfern, 8 gestochenen Vignetten u. 3 gestochenen Initialen. Pergament aus Handschriftenmakulatur (berieben, verstaubt u. etwas fleckig). Erste Ausgabe. Die Brüder Roland Fréart de Chambray u. Paul Fréart de Chantelou sammelten in Rom Abgüsse antiker Kapitelle u. der Trajanssäule als Studienmaterial. Mit ihnen zusammen arbeitete der Maler u. Ornamentzeichner Charles Errard d.J., der die 40 blattgroßen Kupferstiche u. die figürlichen Vignetten entwarf. Fréart de Chambray vergleicht die klassischen Proportionsvorschläge mathematisch genau u. läßt von den fünf Säulenordnungen nur die drei griechischen gelten. "Mit seiner 'Parallèle' war Chambray ein einflussreicher Verfechter der korrekten Verwendung der Säulenordnungen, die bei anspruchsvollen Bauaufgaben unverzichtbar wurden. Zugleich ist die 'Parallèle' eine Vorbereitung auf die dogmatische Korrektheit, wie sie die Bauakademie nach ihrer Gründung 1671 vertrat." (Kruft). - Fowler 127; Millard I, 76; Kruft 140 ff. - Breitrandig. Durchgehend etwas gebräunt, stockfleckig u. abgegriffen, Wasserrand im oberen Bund. Einzelne Tintenflecken u. Blätterrisse, S. 23/24 unten mit Eckabriß. Wenige Bl. mit alten Berechnungen in Bleistift. Exlibris im Innendeckel.
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HEINECKEN, Paul:
Lucidum prospectivae speculum, Das ist: Ein heller Spiegel der Perspective. In welchem So wohl der Grund dieser Kunst als auch die in Praxi täglich vorfallende mannigfältige Application derselben durch viele gehörige Exempel klar gezeiget wird. Wozu noch beygefüget Achtzehen Plafonds oder Decken-Stücke von diversen Sorten. Augsburg, J. J. Lotters Erben, 1753. Folio. 2 Bl., 32 S.Mit gestochenem Frontispiz u. 95 teils gefalteten Kupfertafeln. Marmorierte Kartonage d. Zeit (berieben, Rücken u. Innengelenke überklebt). Titelauflage der ersten Ausgabe 1727, das Frontispiz noch mit der Adresse von J. Wolff in Augsburg. Hochbarockes Tafelwerk des Lübecker Malers (1680-1746) mit plastisch ausgeführten Beispielen kirchlicher u. ziviler Architektur. - Vgl. Ornamentstichkatalog 4730 u. Thieme-Becker XVI, 292 (Erstdruck). - Ränder etwas gebräunt u. braunfleckig, Text u. erste 20 Tafeln mit Wasserrand in der oberen Außenecke bis in den Satz u. die Platten, vereinzelt alte Bleistifteinzeichnungen.
Bestellnummer: 636514 - Aus Liste: ARCHITEKTUR Frage zu diesem Angebot stellen
VITRUVIUS POLLIO, Marcus:
L'architettura colla traduzione italiana e comento del Marchese Berardo Galiani. Neapel, Stamperia Simoniana, 1758. Folio. 3 Bl., XXXII, 462 S., 1 Bl. Mit gestochenem Frontispiz, gestochener Titelvignette, je 1 gestochenen Kopfvignette u. Initiale, 25 ausfaltbaren Kupfertafeln mit typographischer Legende sowie zahlreichen figürlichen Holzschnitt-Vignetten. Leder d. Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild, Rückenfileten u. marmorierten Vorsätzen (berieben, bestoßen u. mit Schabspuren, Kapitale ausfransend, untere Deckelecken alt ausgebessert). Erste Galiani-Ausgabe. Aufwendig gedruckte lateinisch-italienische Parallelausgabe nach vatikanischen Handschriften. Mit dem ausführlichen Kommentar Galianis, der auch die erste Erwähnung u. Abbildung des Athena-Tempels von Paestum in der archäologischen Literatur enthält (Holzschnitt-Vignette S. 124, vgl. Kruft 242). Die bemerkenswerten Holzschnitte von Ignazio Lucchesini zeigen ferner eine Tempelvorhalle in Agrigent, Titus-Thermen, Marcellus-Theater, Triumphbogen für Augustus, Ruine der Konstantinsbasilika, Spolien u. 2 Fresken aus dem "Museo Herculaneo". Die Kupfertafeln stach Francesco Cepparuli nach Vorlagen Galianis, Legende jeweils neben dem Stich auf den Trägerbögen. - Provenienz: Zeitgenössischer Besitzvermerk "F. W. Loeber" auf dem Titel, weißer Vorsatz mit Stempel "E Bibliotheca Böttigeri" (der Altertumsforscher Carl August Böttiger), im Innendeckel großes Exlibris des Vitruv-Bibliographen Bodo Ebhardt. - Ebhardt 79; Fowler 424; Millard IV,162. - Breitrandig u. insgesamt frisch, zu Beginn etwas staubrandig u. fingerfleckig, blauer Tintenspritzer am Titel- u. Folgeblatt, wenige Blatt im Falz mit Braunrand durch ein ausfärbendes Leseband, einige Falttafeln knitterig u. angestaubt, eine fast lose.
Bestellnummer: 636513 - Aus Liste: ARCHITEKTUR Frage zu diesem Angebot stellen
VITRUVIUS POLLIO, Marcus:
Les dix livres d'architecture, corrigez et traduits nouvellement en Francois, avec des notes et des figures (par Claude Perrault). Paris, J. B. Coignard, 1673. Großfolio. 9 Bl., 325 (recte 329) S., 8 Bl. Mit Kupfertitel, 65 meist blattgroßen Textkupfern, 3 gestochenen Vignetten, 2 gestochenen Initialen u. zahlreichen Textholzschnitten. Leder d. Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild u. Resten von Rückenvergoldung (Ecken, Kanten u. Gelenke restauriert, nachlackiert). "First edition of the translation and commentary by Claude Perrault, considered one of the scholary editions of Vitruvius." (Fowler 418). - Mit vorzüglichen Kupfern antiker Bauten u. technischer Geräte wie Kränen, Wasserrädern, Wasseruhren, Wasserorgeln, Transporträdern für Säulen u. hydraulischen Geschützen. Der Kupfertitel zeigt die Louvrefassade u. den Triumphbogen Perraults. Dessen Vitruv-Übersetzung, für die er "gute Originale benutzt" hat, ist "sehr frei, aber geistvoll", sein Kommentar "wissenschaftlich höchst bedeutend." (Ebhardt). Perrault war "Vertreter eines strengen Klassizismus ... Nichtsdestoweniger lockerte er den festen Kanon (der Säulenordnungen), indem er neben die Beachtung der gesetzmäßigen und historischen Schönheiten (beautés convainquantes) ... auch die der willkürlichen und erlaubten, freien und natürlichen Schönheiten (beautés arbitraires) als Forderung aufstellte. Diese letzteren wechseln nach Maßgabe der Örtlichkeit, der Zeit und der Aufgabe." (Thieme/Becker XXVI, 431). - S. 234-237 doppelt gezählt, S. 131/32 doppelt vorhanden. - Gebhardt 76; Millard I, 168; Kruft 149 ff. - Breitrandig, gleichmäßig gebräunt, Ränder teils angestaubt, blindes Exlibris (Überklebung?) im Innendeckel, erste Bl. mit einzelnem Wurmstich im Außenrand, Außenschnitt streckenweise mit kleinem Tintenfleck, wenige bräunliche Ölflecken.
Bestellnummer: 636511 - Aus Liste: ARCHITEKTUR Frage zu diesem Angebot stellen