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Titelbeschreibung
Reinhart, Johann Christian - 1761 Hof - Rom 1847:
Wasserfall über Felsen, im Vordergrund Angler. _. Pinsel in Grau und Deckweiß, über Bleistift, 1783/85, mit schwarzer Tuschlinie umrandet, auf blauem Bütten. 28,2:20,4 cm. ? Kleiner Abriss an der linken oberen Ecke ist sorgfältig ergänzt, Papierfehler in Form eines länglichen Löchleins im oberen Drittel der Darstellung kaum sichtbar. Literatur: Manfred Pix, Johann Christian Reinhart (1761-1847). Eine Dokumentation in Bild und Wort. Bd. I, 2018, W 218, Abb. S. 268. Pix verweist unter den Nummern B 99 und B 100 auf die Ähnlichkeit der Wahl der Landschaftsmotive bei Adrian Zingg (1734-1816), der wie Reinhart in Zeichnungen, die wenige Tage nach der Begegnung mit Reinhart und Conrad Gessner, am 13. Oktober 1785 entstanden, nämlich Wasserfälle darstellt. Reinhart studierte in Leipzig Theologie und nahm bei Adam Friedrich Oeser (1717-1799) Kunstunterricht. 1783 lernte er in Dresden Johann Christian Klengel (1751-1824) kennen, der ihn in seiner künstlerischen Arbeit beeinflußte. 1785 begegnete er Friedrich Schiller, mit dem er Freundschaft schloß. In Meiningen, wo er von 1786-1789 lebte und sich sein Landschaftsstil schon voll entfaltete, wurde er engster Vertrauter Georg I. Herzog von Sachsen-Meiningen. Im Jahr 1789 ging er für immer nach Rom. Dort arbeitete er zuerst noch in der realistischen Naturauffassung seiner Jugend, ging dann aber unter dem Einfluß von Joseph Anton Koch (1768-1839) und Jakob Asmus Carstens (1754-1798) zum heroischen Landschaftsstil über. Seit 1782 begleiteten Radierungen sein Schaffen. Die bedeutendsten entstanden in Rom, wie etwa eine Reihe von Tierdarstellungen sowie 24 Ansichten zu den ?Malerisch radierte Prospekte aus Italien? für den Nürnberger Verleger Frauenholz. Unter der Künstlerschaft in Rom nahm Reinhart eine hoch geachtete Stellung ein. Seit 1826 verfaßte er mehrere kritische Artikel gegen deutsche Kunstkritiker, die über das römische Kunstleben berichtet hatten. 1825 wurde ihm durch König Ludwig I. von Bayern eine Pension ausgesetzt. 1839 folgte die Ernennung zum Ehrenmitglied der Münchener Akademie und zum Bayerischen Hofmaler. Er liegt auf dem deutschen Friedhof neben St. Peter in Rom begraben.
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